„Eine Geschichte ist erst dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.“ – Friedrich Dürrenmatt
Wer die Deindustrialisierung und die Energiewende der letzten 25 Jahre kritisiert, spricht meist von schwindender Wettbewerbsfähigkeit, abwandernden Konzernen oder steigenden Strompreisen. Doch das ist zu kurz gedacht. Das ist die Geschichte auf halbem Weg. Zu Ende gedacht führt der ideologische Feldzug gegen fossile Energieträger und funktionierende Infrastrukturen nicht in eine „grüne Zukunft“, sondern in den vollständigen systemischen Kollaps – das nackte Überleben.
Die Illusion der Steckdose: Der Zusammenbruch der Lieferketten
Die moderne Zivilisation ist nur drei Mahlzeiten von der Anarchie entfernt. Jedes Supermarktregal, jede Apotheke und jede Wasserleitung hängt an einem seidenen Faden: einer lückenlosen, Just-in-time-Logistik, die wiederum vollständig auf Diesel, Benzin und Gas angewiesen ist.
Wenn durch den Totalausstieg aus verlässlichen Energieträgern und den politisch erzwungenen Mangel kein bezahlbarer Kraftstoff mehr zur Verfügung steht, bricht das logistische Rückgrat des Landes innerhalb von 48 Stunden zusammen:
- Tag 1: Die Lkw-Flotten stehen still. Raffinerien können mangels Rohstoffen oder Energie nicht mehr produzieren. Die Logistikzentren der Supermärkte frieren ein.
- Tag 2: Die Regale im Lebensmitteleinzelhandel sind leergefegt. Panikkäufe führen zu ersten Tumulten vor verschlossenen Türen.
- Tag 3: Die medizinische Versorgung bricht zusammen, da Krankenhäuser nicht mehr beliefert werden und Notstromaggregate ohne Diesel versagen. Die Wasserwerke stellen den Betrieb ein.
Die Rückkehr des Hungers in ein hochtechnisiertes Land
Was sich heute niemand in Westeuropa mehr vorstellen kann, wird bei diesem Szenario zur Realität: eine akute Hungersnot. Ohne Gas gibt es keine Düngemittelproduktion; ohne Diesel stehen die Traktoren der Landwirte still. Die heimische Lebensmittelproduktion kollabiert.
Gleichzeitig ist Deutschland als Netto-Importeur von Lebensmitteln darauf angewiesen, dass globale Lieferketten funktionieren. Fällt der logistische Knotenpunkt Deutschland im Herzen Europas durch einen Energie-Kollaps aus, stoppt der Fluss der Waren. Der Hunger wird zum dominierenden Treiber des menschlichen Handelns.
Der Verlust des Gewaltmonopols: Marodierende Banden im rechtsfreien Raum
An diesem Punkt nimmt Dürrenmatts Geschichte ihre endgültige, grausamste Wendung. Wenn der Staat die Versorgung mit Wasser, Nahrung und Energie nicht mehr gewährleisten kann, verliert er augenblicklich seine Legitimität und sein Gewaltmonopol. Die Polizei, selbst durch Treibstoffmangel und familiäre Eigeninteressen gelähmt, kapituliert vor dem Chaos.
Die logische und historisch immer wieder bewiesene Folge des Hungers ist der Einbruch der Zivilisation:
- Der Kampf ums Überleben: Aus der ungesteuerten Massenmigration der letzten Jahrzehnte und den bereits existierenden, ethnisch homogenen Parallelgesellschaften bilden sich in den Städten schwer bewaffnete, marodierende Banden.
- Der Auszug aufs Land: Da in den urbanen Zentren die Vorräte zuerst zur Neige gehen, verlagert sich die Gewalt. Banden ziehen plündernd, raubend und mordend durch den ländlichen Raum, um sich Zugang zu den letzten verbliebenen Agrarbeständen, Brunnen und privaten Vorräten zu erpressen.
- Anarchie statt Rechtsstaat: Der normale Bürger, der vom Staat systematisch entwaffnet und wehrlos gemacht wurde, wird zum Freiwild in einem Land, das keine Gesetze mehr kennt, außer dem Gesetz des Stärkeren.
Fazit: Das Ende der Berliner Republik
Das ist die zu Ende gedachte Geschichte einer Politik, die das Fundament einer Industrienation – die billige, sichere und unbegrenzte Energieversorgung – aus ideologischer Verblendung geopfert hat. Der Fluch der deutschen Politik endet nicht mit einer Rezession. Er endet in einem dystopischen Szenario, in dem der Wohlstand von Generationen in Schutt und Asche versinkt und die innere Sicherheit der nackten Barbarei weicht. Wer wird wohl dafür die Verantwortung übernehmen?
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