Bargeld adé oder – nicht mit uns?

Eine Schlagzeile einer westdeutschen Tageszeitung vom 28.12.2019 lautet:
Nur Bares ist Wahres
Bargeld verschwindet und es werden als Beispiel Schweden und England angeführt. Zugegeben- mit Karte zu bezahlen entspricht einer gewissen Leichtigkeit, das Teil hat man in der Tasche also ist man auf der sicheren Seite. Insbesondere jüngere Leute kann man dabei beobachten, wie so sogar die kleinsten Artikel mit Bankkarte bezahlen, offenbar finden sie das “hip” wie es neudeutsch heißt.

Bei näherem hinsehen ist das was so “hip” erscheint garnicht so toll. Bargeld bedeutet ein Stück Freiheit und das will man uns nehmen? Insbesondere der Fall vor Weihnachten, als es (sinngemäß) hieß, “…Kartenzahlung derzeit nicht möglich wegen Nichtfunktionierens des Kartenzahlsystems..” Das dürfte dann nicht nur die Geschäfte erfreut haben, die üblicherweise im Weihnachtsgeschäft große Umsätze erwarten. So toll und praktisch die neue Technik erscheint, so verletzlich, manipulierbar bis störanfällig ist sie zugleich. Man stelle sich vor, das Bargeld ist abgeschafft und man kann nur noch mit Bank- bzw. Kreditkarte bezahlen. Das Zahlsystem streikt und man kann sich nicht einmal ein Brötchen oder eine Fahrkarte kaufen. Der weiter denkende Zeitgenosse mag argumentieren, Vorräte angelegt zu haben. Nun ist man nicht ständig zu Hause, womöglich auf Reisen, was auch immer. Oder die Karte funktioniert nicht, wurde gar gestohlen. Das sind Szenarien, die man sich nicht gerne vorstellen mag. Dennoch sind diese Möglichkeiten allgegenwärtig.

Viele werden sich an den Film “Das Netz” mit Sandra Bullock erinnern. Per Zufall kommt sie dahinter, dass es eine Lücke im staatlichen Computernetz-Sicherheitssystem gibt, durch die man eindringen kann.
Die brisante Kenntnis bingt sie in höchste Gefahr. Plötzlich hat sie die Identität einer gesuchten Kriminellen, kann nicht mehr auf ihr Bankkonto zugreifen usw….

Bargeldabschaffung bedeutet totale Kontrolle über jeden noch so kleinen Betrag. Man kann nicht ‘mal eben seinen Kindern oder Enkeln 20 € in die Hand drücken.
Wer aus welchen Gründen auch immer eine unliebsame oder verdächtige Person geworden ist, wird völlig kontrollierbar und man kann ihm/ihr den Kontozugriff mit einem Klick sperren. Wollen wir das oder ist der Bürger hier aufgerufen, gegenzusteuern?

Schöne neue Welt oder “Orson Wells lässt grüßen”?

In Schweden und in England – so erläutert der Zeitungsartikel haben Obdachlose, denen man normalerweise etwas Kleingeld spendieren würde, ein Kartenlesegerät dabei. Wer kein Geld geben möchte, hat die Möglichkeit, dem Wohnungslosen ein Heißgetränk zu spendieren. Immer mehr Gastronomen hier in Deutschland seien darauf eingerichtet, an dem Projekt “Suspended Coffee” teilzunehmen. Wäre es da nicht sinnvoller, die Leute von der Straße zu bekommen und primär hier zu investieren, statt Tür und Tor für Wohlstandssuchende aus aller Welt zu öffnen.

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