Integrationskurse: 95% scheitern

So lautet die Headline einer Westdeutschen Tageszeitung dieser Tage. Wie heißt es so schön, der Fachmann staunt und der Laie wundert sich. Hat sich der Autor des Artikels nicht mit der Kanzlerin abgestimmt? Es hat doch geheißen, dass lauter Ärzte und Akademiker zu uns kommen. Liegt da ein Missverständnis vor oder gehören Falschmeldungen unserer Regierung zum täglichen Umgangston?

Im Artikel ist zu lesen: Zu viele Zugewanderte scheitern nach Ansicht von Experten in Integrationskursen. “Nur ein Bruchteil der Absolventen schließt die Kurse ab”, sagt der Chef des Leibniz Instituts für deutsche Sprache Henning Lobin. Das liege vor allem daran, dass die Kurse zu anspruchsvoll seien. “Die Zielgenauigkeit lässt zu wünschen übrig.” Die Kurse sollen die Teilnehmer befähigen, in der Arbeitswelt zurechtzukommen. Dafür ist auf einer sechsstufigen Skala von A1 (einfache Sprachkenntnisse) bis C2 (Voraussetzung für ein Studium) das Zielniveau B1 festgesetzt. Die Latte hängt aus Lobins Sicht zu hoch. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sieht aber keinen Anlass, das Lernziel im allgemeinen Integrationskurs abzusenken.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mahnt stärker berufsbezogene sprachliche Förderung von Zuwanderern an. Die Sprachkenntnisse Geflüchteter nach einem Integrationskurs reichen oft nicht aus, um in die Ausbildung einzusteigen.
Im Jahr 2018 zählte das Bamf rund 203.000 neue Teilnehmer an Integrationskursen. Deutschland gehört nach Angaben des Chefs des Mannheimer Goethe-Instituts, Ingo Schönigh, neben Dänemark und Großbritannien zu den wenigen Ländern Europas, die von Kursteilnehmern das B1-Niveau erwarten. Üblicher sei das Nivea A2. Den heutigen Anforderungen liege noch die deutlich einfachere Integration von Spätaussiedlern zugrunde, moniert Schöningh. “Deshalb muss ein neues realistischeres Konzept her, das Absolventen und Lehrern die Frusterfahrung des Scheiterns erspart.

Daraus könnte man den Schluss ziehen, man senke die Anforderungen und schon ist der Erfolg sicher und die Welt wieder in Ordnung. Genau darauf dürfen sich dann u.a. Ausbildungsbetriebe freuen, die sich mit Kandidaten herumschlagen dürfen, die den Mindestanforderungen in keiner Weise gewachsen sind. Ganz abgesehen von den Personen, die während der Ausbildung alleine schon an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit scheitern und das Handtuch werfen.

Ebenso könnte man das Niveau an Schulen und Gymnasien senken und alle dürften studieren mit einem traumhaften Abschluss. Kann das für unser Land erstrebenswert sein?
Man muss sich ganz einfach im Klaren darüber sein, dass in Integrationskursen, die über einen recht kurzen Zeitraum laufen, keine ausreichenden Sprachkenntnisse erreicht werden können. Die Euphorie, es kommen lauter Ingenieure und Akademiker, wie Frau Merkel ganz verzückt sagte, ist rasch verflogen. Bei dieser Personengruppe könnte man ggf. davon ausgehen, dass sie schneller unsere Sprache lernen als Personen, die womöglich gar Analphabeten sind. Es ist längst Ernüchterung eingetreten und mit nicht- bzw. kaum gebildeten Menschen kann man die Straße pflastern, wie es umgangssprachlich heißt. Somit besteht kein Bedarf seitens der Betriebe und diese Leute wandern direkt in die Arbeitslosigkeit.

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