Spricht Steinmeier in seiner Rede zum 8. Mai nicht ausschließlich für sich?

Ist es zu viel verlangt, wenn man sich 75 Jahre nach Ende der Naziherrschaft und dem Ende des zweiten Weltkrieges ein unverkrampftes Verhältnis zu den Ereignissen wünscht?

Insbesondere wenn nach dem Krieg geborene Zeitgenossen nicht ständig Dinge um die Ohren gehauen bekommen, die zu weder zu vertreten haben noch den geringsten Anteil daran hatten. Vor diesem Hintergrund erscheinen Worte Steinmeiers geradezu absurd. Seine persönliche Meinung sei ihm unbenommen, Steht es ihm überhaupt zu, in solch einem Kontext von wir zu sprechen?

Manfred Rouhs schildert im folgenden Gastbeitrag seine Sichtweise.
Im verlinkten Video analysiert Gottfried Curio Steinmeier’s Rede präzise, dem ist nichts hinzuzufügen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Till Lindemann von „Rammstein“ haben eines gemeinsam: Sie tun sich schwer damit, ein positives Verständnis von Deutschland zu entwickeln. Till Lindemann ist den geraden Weg gegangen und Künstler geworden. Er genießt deshalb Narrenfreiheit. Wenn er singt, „Deutschland – meine Liebe kann und will ich dir nicht geben“, dann ist das seine Privatsache und zweifelsfrei vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Frank-Walter Steinmeier tickt ähnlich und behauptet, man könne Deutschland „nur mit gebrochenem Herzen“ lieben. Auch das ist, als Privatmeinung, eine legitime Einschätzung.   Aber warum musste einer, dem die Liebe zu Deutschland abgeht, unbedingt Bundespräsident werden?   Warum musste einer Bundespräsident werden, der Kriegsverbrechen gegen Deutsche rechtfertigt?   Warum einer, der das Wir-Gefühl des deutschen Volkes vor allem dann betont, wenn es aus einem kollektiven Schuldgefühl begründet zu sein scheint und sonst eher nicht?   Warum einer, der das deutsche Volk als Ganzes in Schuld verstrickt sieht?   Mit diesen Fragen setzt sich Gottfried Curio in diesem Video auseinander. Er zerlegt die Rede des Bundespräsidenten in Berlin zum 75. Jahrestag des Kriegsendes Stück für Stück:   https://www.youtube.com/watch?v=PJ6tyniMZyk  
„Es gibt keine Erlösung von unserer Geschichte“, behauptet Steinmeier. Das soll wohl heißen: Die deutsche Schuld wehrt ewig. – Eine Einschätzung, auf die Griechen und Italiener sicher gerne zurückkommen werden, wenn irgendwann nach Corona, im kommenden Jahr oder noch später, in Brüssel und Straßburg die Frage auf der Tagesordnung steht, wer die gesamteuropäische Coronazeche unserer Tage bezahlen soll.   Lindemann gilt als schräger Vogel mit großer Klappe, Steinmeier dagegen als Staatsmann mit der großen Geste. Die Unterscheidung mag aus dem Habitus im öffentlichen Auftreten und aus den Manieren bei Tisch heraus begründbar sein, aber ist sie es auch mit Blick auf die politische Haltung zum eigenen Land und zu den Menschen, die in diesem Land leben?   Steinmeiers Äußerungen repräsentieren die Grundeinstellung der bundesrepublikanischen politischen und medialen Klasse zum deutschen Volk und zu seiner Geschichte. Wer diese Grundeinstellung kennt, ahnt Schreckliches mit Blick auf die unvermeidbar kommende Abrechnung des aktuellen Einschnitts in unser politisches und wirtschaftliches Leben auf EU-Ebene.

Manfred Rouhs
Signal für Deutschland e.V.

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